Davids Praktika am Martin-Rinckart-Gymnasium in Eilenburg-Ost

David studiert Höheres Lehramt an Gymnasien mit den Fächern Sport und Englisch. Er hat seine Praktika SPS I sowie SPS V am Martin-Rinckart-Gymnasium in Eilenburg-Ost absolviert und durfte dabei insgesamt etwa 24 Unterrichtsstunden selbst halten.

 Hallo David, wie weit bist du von deinem Zu Hause bis zur Schule gefahren? 

Ich bin täglich mit der S-Bahn von Leipzig bis Eilenburg gefahren & hatte zusätzlich mein Fahrrad mit dabei, was mich von Zuhause zur Haltestelle, von der Haltestelle zur Schule und natürlich wieder zurückgebracht hat.

 

Wie kam es zu deinem Praktikum am Martin-Rinckart Gymnasium?

 

Zu meinem SPS I am MRGE kam es durch die Restplatzbörse des Praktikumsportal Sachsens. Da ich mich nur für Schulen im Leipziger Zentrum beworben habe, wurde mir klassischerweise keine der Schulen zugewiesen. Erst in der Restplatzbörse habe ich das MRGE entdeckt. Nach kurzem recherchieren über Verbindungen von Leipzig bis Eilenburg habe ich mich für die Schule entschieden.

Als ich aus erster Erfahrung nun schon wusste, wie schwer es war, ein Praktikum im Leipziger Zentrum zu bekommen habe ich das MRGE ohne Zweifel an erster Stelle meines Erst-Wunsches im Praktikumsportal Sachsen gesetzt und wurde in meinem zweiten Praktikum direkt zugewiesen.

 

Gibt es deiner Meinung nach Unterschiede zwischen Schulen auf dem Land und im Landkreis Nordsachsens?

 

Ich habe vorher schon Praktika an Schulen bspw. in Baden-Württemberg oder durch andere Tätigkeiten in Schulen im Leipziger Zentrum absolviert. Unterschiede sind mir vor Allem natürlich im Lehrplan sowie in der Ausstattung insbesondere der Sporthalle und in manchen Klassenräumen aufgefallen, welche teilweise sparsamer ausfällt. Auch in der Essensversorgung ist noch ein starker Überschuss an „konservativem“ Essen zu erkennen, welches nicht allen Ernährungsformen gerecht wird. Außerdem ist die politische Tendenz in dem Gebiet (auffällig im Vorlauf der Bundestagswahl) eher unterschiedlich zur Allgemeinhaltung, ebenso wie der Umgang mit der Pandemie. An der Schule war dies allerdings kaum zu erkennen, es ergab sich mehr aus dem Drumherum der Schule.

Ein großer Vorteil gegenüber der Stadt ist natürlich die Ruhe, die um die Schule herum herrscht. Dadurch ist das Arbeitsklima viel entspannter und Stress kann man sehr in die Ruhe entfliehen. Ein Vorteil, den man erst vor Ort vollständig spüren kann. Die Lernenden kommen aus ruhigen und von der Natur umgebenen Gebieten und sind dementsprechend auffällig ruhiger, lernbereiter und respektvoller gegenüber Lehrenden und ihren Mitlernenden. Zudem liegt die Schule unweit des Bahnhofs Eilenburg-Ost, von dem man meist auf direktem Wege in und durch das Leipziger Zentrum fahren kann. Das macht die Reise sehr viel einfacher.

Der Nachteil hier ist allerdings, dass jedoch morgens die Verbindung sehr ungünstig ist, denn die erste Stunde beginnt erst 40 Minuten nach Ankunft an der Haltestelle. (In meinem SPS I bestand noch eine Verbindung, die exakt bis Eilenburg-Ost fuhr und 10-15 min vor Unterrichtsbeginn ankam. Die war perfekt und sie war der eigentliche Grund, weshalb ich mich für die Fahrt zum MRGE entschied. Leider existierte diese bei meinem SPS V nicht mehr. Sehr bedauernswert!!!).  Zusätzlich zu der 35-minütigen Fahrt aus dem Stadtzentrum heraus und dem Weg zur Haltestelle von Zuhause ergibt sich damit eine 1,5h lange Zeit, die eingeplant werden muss, bevor unterrichtet wird. Als Vorteil könnte man hier wieder anführen, dass man diese Zeit aktiv für die Vor- und Nachbereitung nutzen kann. Hierbei sollte man jedoch bedenken, dass die Züge, besonders morgens zur Stoßzeit, sehr voll sein können und dementsprechend eine solche nutzbare Zeit nicht garantiert ist.
Auch mittags sind die Verbindungen nicht gut auf den Stundenplan (oder andersherum?) abgestimmt, weshalb man auch hier mit Verbindungen jonglieren muss oder zusätzliche Zeit aufbringen sollte.
Für Leipziger Studierende, die in den nördlichen Stadtteilen wohnen, könnte sich die Anfahrt jedoch wieder als Vorteil herausstellen, da bspw. ab Leipzig-Nord die Anfahrtszeit nur etwa 20 Minuten ist.

Ein Nachteil ist die Entscheidung, keinen Blockunterricht anzubieten. Ob dies nun allerdings mit der Lage in Nordsachsen zu tun hat, bezweifle ich.

Die Schule hat mittlerweile sehr aufgerüstet was Technik und Ausstattung angeht. Nun ist sie eine relativ moderne Schule, die Lehrkräften so gut wie alles (bis auf interaktive Whiteboards) bieten kann, was man derzeit braucht. Da Platz um die Schule herum vorhanden ist, konnte das MRGE auch neuerdings eine eigene größere Sporthalle neben das Hauptgebäude bauen. Von Landschulen wir meist eher andersrum gedacht, weshalb dies definitiv ein großer Vorteil ist.

Ansonsten bin ich sehr von der Schule überzeugt, weshalb es mir schwerfällt, genügend weitere Argumente zu finden.

 

Was denkst du sind die Gründe, weshalb auf dem Land ein hoher Bedarf an Lehrkräften herrscht? 
Ich denke, dass viele Lehramtsstudierende sowie Lehrende aus urbaneren Gebieten dazu tendieren, Landschulen als altmodische und arme Schulen zu sehen. Sie haben einen schlechten Ruf besonders bezüglich politscher Haltungen, Orientierungen und Interessen. Dementsprechend würde eine Landschule in der Auswahl der Arbeitsstellen schon weniger berücksichtigt werden. Das könnte zu einer Abwärtsspirale führen, in der die medial geschürte Angst vor Schulschließungen weitere Bewerbungspläne verändert und verhindert, Landschulen tatsächlich weniger Stellen besetzen können und dann eben jener fataler Fall eintritt.

Das nächste Problem ist die Anbindung und die damit verbundene Anfahrtszeiten aus den Stadtgebieten bzw. dem Umland und morgens natürlich auch die „Aufsteh-Zeit“. Je mehr Zeit eingeplant werden muss, desto unbeliebter ist natürlich das Land. Dies könnte man allerdings durch einen Umzug in die Nähe der Schule verändern, jedoch sind ruhige, gesittete Familienhäuser mitten im langweiligen Nichts (im Vergleich zur Stadt) nicht im Trend. Außerdem würden sie ein hohes Maß an Commitment (Bindung/Hingabe) erfordern, was die heutige Generation nur noch in höchst überlegten Fällen eingeht.

Ich selbst habe mich am MRGE sehr gefördert gefühlt. Ich konnte mich in allen Bereichen fast frei entfalten und wurde gut beworben. Der stellv. Schulleiter, welcher gleichzeitig der Praktikumskoordinator war, hat sich größte Mühe gegeben, uns von den Landschulen zu überzeugen und sich Zeit genommen, um mit Interessierten Einzelgespräche bezüglich Möglichkeiten, Aussichten etc. durchzugehen. Man hat sich dabei zum ersten Mal in dieser Hinsicht besonders und besonders geholfen gefühlt.


Wie war dein Verhältnis zu den SuS und dem Kollegium?

Das Verhältnis zu den SuS war mehr als entspannt. Sie waren respektvoll gegenüber den Lehrenden und gegenüber den Anderen, stets aufmerksam und wirkten ausgeglichen. Das hat es mir in meinen Praktika deutlich einfacher gemacht, mich auf meine Lehrmethodik und Inhalte zu konzentrieren, anstatt mich mit Stress und Streitereien zu befassen.

Das Kollegium wirkte insgesamt in geringem Maße gespalten. Eine kleine Minderheit bestand aus erfahreneren Lehrkräften, welche mehr für sich bzw. unter seinesgleichen unterwegs waren. Die Mehrheit des Kollegiums war allerdings sehr aufgeschlossen, hilfreich und respektvoll. Zudem waren sie sehr interessiert daran, stets neue Methoden, Inhalte oder Erkenntnisse aus meinem/unserem Studium zu erfahren und diese in ihren eigenen Unterricht einzubauen. Das empfand ich als besonders bemerkenswert.

Ich konnte mich wirklich sehr frei entfalten was Methodik, Spiele, Unterrichtsstile, etc. anging.
Bei der Frage, ob diese dann allerdings auch außerhalb meines Praktikums angewandt werden würden, würde ich jedoch nicht so überzeugt antworten.

 

 

 

 


Elenas Praktikum am evangelischen Schulzentrum Bad Düben

Elena studiert höheres Lehramt an Gymnasien für die Fächer Englisch und Sport. Sie hat bereits zwei Praktika in der Kleinstadt Bad Düben absolviert und erzählt uns im Folgendem von ihren Eindrücken. 


Meine beiden Praktika habe ich im Landkreis Nordsachsen absolviert und war hierfür in dem Evangelischen Schulzentrum Bad Düben. Es ist die weiterführende Schule der Grundschule Bad Düben, welche mit reformpädagogischen Ansätzen nach Maria Montessori geführt wird. Die Schüler:innen können an der Gesamtschule sowohl den Realschulabschluss, als auch das Abitur erlangen. Die Pädagogen sind dabei in allen Schularten eingesetzt.

Vorerst bin ich über die Restplatzbörse auf die Schule gestoßen, jedoch habe ich mich beim zweiten Praktikum erneut für Bad Düben entschieden, weil mich deren Konzept, das Kollegium und die Schule im Allgemeinen überzeugt haben. Außerdem hatte ich die Möglichkeit 15 Stunden Englisch und 23 Stunden Sport zu unterrichten. Mir wurde also viel Raum für neue Ideen gelassen und das junge Kollegium hat mich bei allem unterstützt. Ich habe mich gefühlt, als würde ich schon ewig an der Schule arbeiten. Sie haben mich sogar in ihre Fahrgemeinschaft nach Leipzig eingebunden, so dass ich mobil und nicht auf den Bus angewiesen war. Bad Düben hat keinen S-Bahn Anschluss, jedoch fährt stündlich ein Bus zum Hauptbahnhof. Die Schule wurde erst neu gegründet, weshalb sich alles noch in der Findungsphase befindet, jedoch herrscht jetzt schon ein sehr familiäres Verhältnis, da sich die Schüler:innen schon aus den Grundschulen kennen.  Die Neugründung lässt Platz für neue Ideen und Raum für moderne Konzepte, zum Beispiel wurde ein Ziegengehege und ein Calisthenics Park gebaut. Die Sportanlage und deren Ausstattung ist jedoch noch ausbaubar, daran wird schon gearbeitet. Ich würde mich wieder für die Schule im Landkreis entscheiden, weil ich einen positiven Gesamteindruck hatte und Bad Düben & die Umgebung wirklich sehr schön sind.

Projektträger:  ZAROF. GmbH

Telefon: 0341 - 217290

Mail: mitschke@zarof-gmbh.de

Adresse: Moschelesstraße 7  |  04109 Leipzig